Update Bodenkurs mit Friedrich Wenz und Dietmar Näser

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Ca. 60 Landwirte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, verschiedener Altersgruppen und Betriebsschwerpunkte trafen sich zum Update „Bodenkurs im Grünen“ am 22.11.2018 bei uns in der Chiemgau Akademie. Neben den Referenten Dietmar Näser und Friedrich Wenz kamen auch einige Praktiker zu Wort um über ihre Maßnahmen und Erfolge zu berichten.

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Einige informative Inhalte der Veranstaltung:

Düngung
Grundvoraussetzung für jede Düngung ist die Bodenanalyse nach der Methode „William Albrecht“. Hierbei werden u.a. die Basensättigung, Kationenaustauschkapazität und das Verhältnis der Nährstoffe zueinander ermittelt. Die detaillierte Düngeempfehlung erleichtert dem Landwirt die Düngeplanung.
Behandelte/belebte organische Dünger (z.B. Gülle, Gärrest, Mist) nur auf wachsende grüne Pflanzenbestände ausbringen.

Gleichgewicht der Nährstoffe
In gesunden, fruchtbaren und belebten Böden stehen die Nährstoffe in einem gewissen Verhältnis zueinander. Das optimale Verhältnis der Nährstoffe wirkt stärker als die Nährstoffgehalte.
Z.B. Verhältnis Ca – Mg. Ist deren Verhältnis verschoben, so beschränken diese sich gegenseitig in der Pflanzenaufnahme. Zusätzlich verdichtet sich der Boden „passiv“, d.h. die Krümelstruktur wird geschädigt ohne mechanische Einflüsse.

Zu hohe N-Düngung begrenzt bei den Pflanzen die Aufnahme von Ca., K, B und Cu, dies führt zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit und Schädlingsbefall.

Stoffwechsel im Boden fördern
Die Mikroorganismen haben die höchste Stoffwechselleistung aller Bodenlebewesen.Folgende Maßnahmen unterstützen die Mikroorganismen und das Bodenleben.

  • Mechanische Lockerung von Unterbodenverdichtungen mit passenden Unterbodenlockerer und Stabilisierung mit eingespritzten Bodenverjünger.
  • Vitalisierung und Stärkung der Pflanzen
  • Vielfältige Fruchtfolge
  • Anbau von Mischkulturen
  • Einbringung von Untersaaten
  • Anbau vielfältiger Zwischenfruchtmischungen
  • Zwischenfrüchte/Ernterückstände mit Bodenverjünger (Rottelenker) in Flächenrotte bringen.
  • Böden immer begrünt halten

Die zur Verfügung stehende Primärenergie in Form von Sonneneinstrahlung liegt umgerechnet bei  ca. 900 lt Diesel/ha/Std.

Grüne Pflanzenbestände sind in der Lage, einen großen Teil dieser Energie über die Photosynthese in chemische Energie umzuwandeln. Junge Pflanzen leiten bis zu 70 % der durch Photosynthese gewonnenen Energie über die Wurzelausscheidungen (Wurzelexudate) in den Boden ab und ernähren dort die Wurzelbiologie. Das ist letztendlich die Grundlage des Prozesses der Humusbildung im Boden. Jeden Tag an dem der Boden „nackt“ daliegt gehen dem Landwirt wirtschaftliche Erträge verloren und belastet zusätzlich das Bodenleben und die -fruchtbarkeit.

Humus im Boden
Humus ist wichtigster Bodenbestandteil. Neben der Speicherung von Wasser und Nährstoffen ist der Humus für eine stabile Krümelstruktur notwendig. Humusgehalte von min. 5- 10% sollten angestrebt werden. Humusreiche Böden brachten heuer deutlich bessere Erträge als humusarme. Humus besteht zu einem beachtlichen Teil aus Kohlenstoff. Wird der Humusgehalt im Boden gesteigert, so wird CO2 aus der Luft im Boden gebunden was wiederum unserem Klima zu Gute kommt.

Bodenbearbeitung:
Generell gilt: Vor jeder Bodenbearbeitung „Bodenansprache“ mit Spaten und Bodensonde durchführen. Nur trockene Böden bearbeiten. Keine Bodenbearbeitung bei Bodentemperaturen unter 6 Grad.

Wichtig: Feuchtigkeit und Bodentemperatur auch in der Bearbeitungstiefe beachten.

Hier einige Markante Aussagen der Praktiker, die nach dem System „Regenerative Landwirtschaft“ erfolgreich arbeiten:

„Seit ich die Bodenuntersuchung nach der Kinsy-Methode und deren Düngeempfehlung konsequent umsetze stieg die Grundfutterleistung meiner Kühe von ca. 5.000 auf ca. 6.000 l Milch/Kuh/Jahr. Die Güllebehandlung mit Pflanzenkohle ist Standard in meinem Betrieb. Meine Luzerne-Kleegrasmischung brachte heuer sehr gute Erträge bei 5 Nutzungen.“

„Die Erträge meiner Bio-Zuckrrüben betrug heuer Ø ca. 650 dt/ha bei ca 20 % Zuckergehalt.“

„Ich baue Körnermais auf mehreren Schlägen mit unterschiedlichen Humusgehalten an. Je höher der Humusgehalt im Boden ist, desto höher waren die Erträge.“
„Die Getreideerträge meiner Flächen lag heuer um Ø ca. 10 % über dem Vorjahresniveau.“

Die Termine für die „Bodenkurse im Grünen“ in 2019 findet Ihr unter
Grüne Brücke oder Humusfarming

 

 

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