Küchenbokashi leicht gemacht

Bokashi-Eimer

Bokashi aus Küchenabfällen zu produzieren hat Suchtpotential

Seit über einem Jahrzehnt fermentiere ich aus den anfallenden Küchenabfällen Bokashi für den Garten. Und es ist wie ein Fieber. Ich würde mich sehr schwer tun, Küchenabfälle in eine Mülltonne oder auf den Kompost zu werfen.
Ich freue mich, wenn ich mit meinen Informationen den einen oder anderen Bokashi-Anfänger helfen oder neue Bokashi-Fans gewinnen kann.

Zuerst einmal gilt es die Frage zu klären, warum Küchenabfälle fermentiert werden sollen, anstatt auf den Kompost zu verrotten. Die Vorteile der Fermentation sind:

  • ein kleiner Kreislauf wird geschlossen
  • durch den Organik Eintrag in den Boden wird Humus aufgebaut
    Bodenlebewesen brauchen Organik als Futter (der Wurm frisst
    keine Erde)
  • Bokashigaben lockern den Boden innerhalb weniger Monate
  • Bokashi fördert die Population des Bodenlebens
  • beim Fermentieren entstehen keine hohe Temperaturen (wie beim Kompost), dadurch auch kein Energieverlust
  • beim Fermentieren entstehen Vitaminen, Enzymen und Antioxidantien (wie bei der Sauerkraut-Herstellung)
  • Schnelle Bereitstellung von Nährstoffen für die Pflanzen
  • Keine CO2 – Ausdünstung

Ich möchte die zwei wesentlichen Pluspunkte der Kompostierung aber nicht verleugnen. Und auch ich finde das Kompostieren eine sehr gute Sache: Das „Entsorgen“ über das Kompostieren geht  schneller und es entsteht eine fruchtbare krümelige Kompost Erde, die auch ich nicht missen mag. Küchenabfälle werden von mir fermentiert, weil hier die Vorteile für mich auf alle Fälle überwiegen.

Für das Fermentieren der Küchenabfälle werden sogenannte Bokashi-Eimer oder auch Organiko-Eimer angeboten. Diese verfügen über ein herausnehmbares Sieb am Boden des Eimer und einen Auslaufhahn, über den der Bokashi-Saft abgelassen wird. Außerdem werden die Eimer mit einem luftdicht verschließbaren Deckel verschlossen.

Herstellungsverfahren
Man gibt die zerkleinerten Küchenabfälle in den Eimer. Hier gilt: je kleiner die Küchenabfälle geschnitten werden, umso schneller ist die Organik durchfermentiert. Außerdem erleichtert es ein wenig das Ausbringen der fertig gereiften Organik.  Anschließend sprüht man einige Hübe EM (EM-blond oder EM-aktiv und lieber zu viel, als zu wenig) pur über die Küchenabfälle. Am besten eine Sprühflasche verwenden, die nur bei dem Bokashi-Eimer steht. Das EM wird hier pur verwendet. Unverdünnt kann das EM monatelang in der Sprühflasche verweilen, ohne dass es umkippt.
Nun kommt noch eine kleine Hand RoPro-Streu oder Trockenbokashi darüber, die Abfälle werden gut angedrückt und mit dem Deckel luftdicht verschlossen. Dieses Prozedere wird solange wiederholt bis der Eimer voll ist.

In den Bokashi-Eimer können Küchenabfälle jeder Art (Gemüse, Gekochtes, wie Nudeln, Reis, Brot, Milchprodukte, Zitrusschalen, kleine Fleischabfälle, …) fermentiert werden. Keinen Sinn machen Knochen oder Avocadokerne (sie verrotten sehr schlecht). Entfernen sollte man Aufkleber, die vor allem auf Früchten aufgeklebt sind. Bei Fleischabfällen stellt sich mehr eine ethische Frage. Halten sich evtl. Tiere im Garten auf? Dann kann es sein, dass sich Ratten, Füchse, und Co. auch vom fertigen und eingegrabenen Bokashi bedienen.

Gespritztes Obst
Immer wieder kommt die Frage, ob gespritzte Schalen in den Bokashi-Eimer dürfen oder nicht. Wenn schon mal solche Abfälle vorhanden sind, ist dies für mich keine Frage. Überall wo es Landwirtschaft gibt wird gespritzt und wir fragen nicht, wer denn dafür verantwortlich ist, dass dieses Gift wieder abgebaut wird? Immer sind es die Mikroben, die all das Gespritzte wieder verstoffwechseln, bis es für uns wieder erträglich ist. Im Bokashi-Eimer habe ich eine geballte Anhäufung von regenerativen Mikroben. Wenn sie es nicht schaffen, die Spritzreste zu verstoffwechseln, wer dann?
Befinden sich gespritzte Küchenabfälle im Bokashi-Eimer gebe ich einfach mehr Reifezeit und noch mehr EM.

Feuchtigkeit des Bokashis
Den Feuchtigkeitsgrad von Bokashi können Sie mit mehr oder weniger EM oder RoPro-Streu (od. Trockenbokashi) regulieren. Hat man sehr viel wasserhaltige Küchen-Abfälle empfiehlt es sich, mit etwas mehr RoPro-Streu oder Trockenbokashi entgegen zu wirken. Dementsprechend entsteht auch mehr oder weniger Bokashi-Saft.

Pflanzenkohle für Terra-Preta (Schwarze Erde)
Idealerweise nutzt man zum EM-blond (lieber EM-blond, weil es bei der Anwendung besser riecht als EM-aktiv) und voraktivierte Pflanzenkohle als Fermentationshilfe. Mit Hilfe der Mikroben werden die Nährstoffe in die Kohle gebunden und werden auch bei Dauerregen nicht ausgewaschen. Erst wenn die Pflanze Nährstoffbedarf hat wurzelt sie mithilfe der Haarwurzeln in die Kohlestruktur und bedient sich am Nährstoff-Reservoir. Außerdem bindet die Kohle Gerüche und  Feuchtigkeit. Mit der Zeit etabliert man im Garten eine dauerhaft fruchtbare Schwarzerde – die sogenannte Terra Preta.

Bokashi-Saft- ein Heilsaft für Pflanzen
Über den Auslaufhahn wird nach einigen Tagen der Bokashi-Saft abgelassen. Ihn verwendet man verdünnt zum Gießen. Der pH-Wert ist ähnlich niedrig wie bei EM-aktiv (ca. 3,2-3,6). Man verdünnt den Bokashi-Saft ca. 30-50 ml /10 L Wasser. Der Saft ist durch die Fermentation hoch konzentriert. Hier hat man in flüssiger Form ein Hochkonzentrat an Antioxidantien, Vitaminen und Enzymen neben Nährstoffen. Der Saft ist kein Dünger -Ersatz, jedoch ergänzt der Bokashi-Saft mit seiner Qualität die Pflanzenernährung. Besonders kränkelnde Pflanzen profitieren durch Bokashi und Bokashi-Saft. Also lieber mehr als zu wenig verdünnen. Regelmäßig gegossen blühen z.B. Balkonblumen noch üppiger.
Vorsicht bei Neupflanzungen. Hier sehr sparsam mit Bokashi-Saft
Etwas mehr konzentriert können dickblättrige Pflanzen, wie Buchs, Rosen, Kirschlorbeer und Obstbäume mit Bokashi-Saft gegossen werden.
Wer nicht gleich Verwendung hat, der kann den Bokashi-Saft in Schraubgläser (bis an den Rand gefüllt) einige Monate lang lagern. Ansonsten ist der Bokashi-Saft pur auch ein hervorragender Abflußreiniger.

Bokashi fest drücken
Durch sehr starkes Festdrücken werden die Zellstrukturen der Organik gequetscht und Flüssigkeit tritt aus. Einerseits fermentiert die Organik dadurch schneller, und es entsteht mehr Bokashi-Saft, aber andererseits kann durch das zu feste Drücken ein sehr matschiger Brei entstehen, was die Weiterverarbeitung etwas unangenehm gestaltet.

Luftdicht fermentieren
Allgemein bekannt ist, dass die Organik unter Luftabschluss fermentiert. Anfänger haben meist Angst, dass die erste Füllung nicht luftdicht fermentieren kann, weil ja so viel verbleibende Luft im Eimer ist. Sie geben dann einen Sandsack auf die kleine Menge Organik oder beschweren sie mit Steinen oder gleichen. Das ist aber nicht nötig. Meine Erfahrung ist, dass genügend EM einen Sandsack unnötig macht. Also lieber ein paar Spritzer mehr EM (vor allem am Anfang) auf die Küchenabfälle geben.

Schimmel
Bitte geben Sie keine verfaulten oder stark verschimmelten Speisereste in den Eimer. Wenn Früchte oder Brot leichte faulige Stellen haben wird einfach etwas mehr EM darauf gesprüht. Man sollte immer im Kopf haben, dass das Bokashi anschließend direkt ins Pflanzenbeet kommt. Je besser und vielfältiger das Ausgangsmaterial, desto mehr profitiert der Boden und die Pflanzen davon.

Bokashi im Bokashi_Eimer
Bokashi fertig gereift

Reifezeit
Das Bokashi ist bei Zimmertemperatur nach ca. 14 Tage Reifezeit fertig, riecht leicht säuerlich und kann einen weißlichen Belag auf der Oberfläche aufweisen. Je länger Sie brauchen um den Eimer zu füllen, umso kürzer die Fermentationszeit. Wenn das Bokashi im Frost steht fermentiert es natürlich nicht. Sobald es aber wieder etwas wärmer wird, fangen die Mikroben wieder zu arbeiten an. In den Wintermonaten habe ich immer zwei bis drei Eimer in der Speisekammer stehen. Der eine Eimer wird gefüllt, während der andere reift. Sobald die Reifezeit beendet ist stelle ich ihn ins Gartenhaus bis ich das Bokashi ausbringe.

Ausbringen von Küchen-Bokashi
Nach der Reifezeit kann zu allen frostfreien Zeiten das Bokashi in den Pflanzbeeten eingegraben werden. Dazu kleine Gräben ziehen (bis zu 10 cm), mit Bokashi einfüllen, und mit Erde zudecken. Anschließend wird mit EM-aktiv 1: 200 (50ml auf 10l Wasser) kräftig gegossen. Mit dem Anpflanzen oder Säen ca. 2 Wochen warten. Das Bokashi ist in wenigen Wochen von den Bodenlebewesen völlig umgesetzt. Wer schon länger mit Küchenbokashi arbeitet, der weiß, dass sich der Gartenboden innerhalb weniger Monate zu einer duftig, krümeligen Gartenerde entwickeln kann. Wöchentlich mit EM-aktiv gießen und eine zusätzliche Mulchschicht unterstützen das Bodenleben enorm. Partnerschaftliche Zusammenarbeit lohnt sich!

Die Frage, wie oft im Jahr das Bokashi im selben Beet ausgebracht werden darf hängt davon ab, was angepflanzt wird und welchen Nährstoffbedarf die Pflanzen haben. Meist sind die Gartenbeete das ganze Jahr über voll und es ist oft nicht möglich einen Graben zu ziehen, um das Bokashi einzufüllen. Mit Rasenschnitt mulchen, bringt dann auch großen Nutzen. 2-3 Mal würde ich empfehlen, wenn das ganze Jahr über Mittel- bis Starkzehrer auf dem Beet wachsen.  Wichtig ist, dass man einen Abstand von ca. 15-20 cm bis zu den nächsten Pflanzen einhält. Das Bokashi ist ziemlich scharf und kann deshalb die feinen Wurzeln schädigen.

Bokashi als Dünger in Blumenkästen u. -Töpfen
Auch die Erde für Blumenkästen oder Kübelpflanzen lässt sich hervorragend mit Küchenbokashi aufwerten. Zuerst 1/3 des Kübels mit Erde füllen, dann 1/3 Küchen-Bokashi und schließlich mit Erde voll füllen. Mit einer EM-aktiv Verdünnung angießen und ca. 2 Wochen mit dem Bepflanzen warten. Die Mikrobiologie setzt das Bokashi langsam um. Wertvolle Nährstoffe und Enzyme werden für die Pflanzen zur Verfügung gestellt. Zusätzlich kann zum Küchen-Bokashi auch ungewaschene, in EM-aktiv Lösung getauchte Schafwolle gegeben werden. Sie liefert langfristig  Mineralien und Nährstoffe, die nach und nach aus der Schafwolle gelöst werden. Ausprobieren bei Tomaten, Rosen, Gurken, Kübelpflanzen,…. lohnt sich!

Wenn Sie keine Möglichkeit haben Küchenbokashi zu vergraben, z.B. im Winter, dann gibt es verschiedene Varianten das Bokashi zu Lagern:

  • in Müllsäcke aufbewahren: vor dem Umfüllen den Sickersaft ablaufen lassen. Das Bokashi einfüllen, Luft rausdrücken und luftdicht verschließen. Das Bokashi ist konserviert und jederzeit einsatzbereit.
  • in Tontöpfe füllen: etwas Erde in die Töpfe geben, mit Bokashi füllen und gut festdrücken. Dann vor Ort auf den Kopf stellen und in den Bestand setzen. Auf Feuchtigkeit achten. Innerhalb von 6-8 Wochen wird das Bokashi vererdet, während es bestehende Kulturen düngt.
  • vererden: Das Küchenbokashi mit Gartenerde mischen und auf einem Haufen mit Erdkontakt regengeschützt lagern, bis die Organik in Erde umgewandelt wurde oder als Rohkompost auf Beete mulchen.
  • den Komposthaufen damit impfen: entweder schichtweise Organik und fermentiertes Küchenbokashi auf den Kompost füllen oder ein Loch in den Kompost graben, das Bokashi einfüllen und anschließend mit Organik abdecken.

Bokashi machen – Spaß haben!
Die Küchenbokashi-Produzenten sind überzeugt von den vielen positiven Ergebnissen Ihres Einsatzes. In kurzer Zeit siedeln sich wieder Würmer an, die das Bokashi zu wertvollem Humus umwandeln. Die Erde ist belebt und wird locker. Wertvolle Organik gelangt ohne Energieverlust in den Boden und liefert gesundende Vital- und Nährstoffe. Küchenabfälle werden schnell und sinnvoll verwertet.

Fazit- der Einsatz von Küchenbokashi begeistert.

Bokashi kann man übrigens auch mit Rasenschnitt, gehäckseltem Grüngut, geschrotetem Getreide und vieles andere mehr herstellen. Aber davon ein anderes mal. Allein über das Küchenbokashi gibt es soviel zu erzählen. Ich freue mich über Ihre Bokashi-Erfahrungen, Fragen oder anderen Herstellungsvorschlägen.

Annerose Fischer

Eine große Auswahl von EM-Produkten finden Sie bei uns im Onlineshop.

 

13 Gedanken zu „Küchenbokashi leicht gemacht“

  1. Hallo Frau Fischer,
    wir haben uns letztes Jahr zwei Eimer fürs Bokashi machen zugelegt. Aber wir verstehen nicht ganz wann der Bokashi reif ist um ihn zu vergraben. Als der eine Eimer voll war hatten wir ihn noch zwei Wochen in der Speis stehen lassen aber es hat sich nichts getan. Die Abfälle sahen noch genau so aus wie zu Anfang. Sogar die Kartoffelschalen waren noch ganz????

    Mit freundlichen Grüßen
    Anita Stückl

    1. Hallo Frau Stückl,
      Sie gehen vielleicht davon aus, dass aus der Organik nach der Fermentation Erde wird? Viele Bokashi-Anfänger denken, dass Ihr Bokashi nicht gut geworden ist oder noch nicht fertig ist, weil es nicht vererdet ist. Denken Sie einfach an Sauerkraut, dass eingemacht wurde. Es fermentiert und hat danach immer noch die gleiche Form, nur schaut es eher schal und fad aus. Beim Küchenbokashi ist es genauso. Es behält die Form bei. Eine Kartoffelschale ist auch nach der Reifezeit noch als Kartoffelschale erkennbar. Die Farbe verändert sich und die Form fällt in sich zusammen. Beim Küchenbokashi erhält man keine (Kompost) Erde. Sinn ist es, dass die Küchenabfälle in den Boden eingearbeitet werden können, ohne dass sie zu faulen beginnen. Deshalb ist auch die Fermentation notwendig. Sie ist wie eine Art Konservierung. Also nur Mut, Ihr Bokashi ist sicher gelungen.
      Das Bokashi ist nach 2-3 Wochen Reifezeit (bei Zimmertemperatur) auf jeden Fall fertig fermentiert. Meist riecht es leicht säuerlich und sehr oft bildet sich ein weißer Belag. Dass sind beides Zeichen dafür, dass es fertig gereift ist. Wenn Sie unsicher sind, dann schicken Sie ein Bild Ihres Bokashis zu uns.
      Alles Gute
      Annerose Fischer

  2. Sehr geehrte Frau Fischer,

    ich komme mit den Begriffen noch nicht klar. Ich hatte mir woanders 2 Bokashieimer besorgt und eine Tüte EM an Kleie gebunden. Damit hatte ich die Abfälle bestreut. Nun wollte ich davon nachbestellen und finde bei euch ein anderes Vorgehen. Was ist besser?

    1. Sehr geehrte Frau Holwein,
      bei EM gibt es immer viele Möglichkeiten und Wege. Jeder findet eine Art und Weise die zu ihm passt. Was besser ist kann ich nicht beurteilen. Wichtig ist, dass Sie damit zurecht kommen. Ich denke, Sie würden sich leichter tun, wenn Sie auch das EM in flüssiger Form verwenden. Das Ansprühen mit EM-blond oder EM-aktiv hat den Vorteil, dass die Küchenabfälle vollflächig mit den Mikroben benetzt werden. Sie schließen damit Fehlgährungen weitgehendst aus. Auch wir empfehlen als Fermentationshilfe neben dem EM ein fermentiertes Getreidebokashi (Trockenbokashi). In der Praxis hat man sehr unterschiedliche Küchenabfälle. Mal sind sie eher trocken, mal sind sie sehr wasserhaltig. Wenn die Küchenabfälle einen sehr hohen Wasseranteil haben, empfehle ich zusätzlich das Trockenbokashi zu verwenden. Haben Sie nur altes Brot, das fermentiert werden soll, ist es für den Fermentationsvorgang leichter und sicherer, wenn Sie es mit flüssigen EM (EM-aktiv oder EM-blond) benetzen. Wenn Sie keine Schwierigkeiten beim Bokashieren haben, können Sie natürlich bei der EM-Kleie bleiben. Wir bieten es als Trockenbokashi an. Möglich wäre auch RoPro-Streu als gleichwertige Alternative…
      Viel Freude weiterhin beim Fermentieren
      Annerose Fischer

  3. Sehr geehrte Frau Fischer,

    ich würde gerne wissen, wo ein idealer Platz für die Eimer im Freien sein kann. Ich wollte mir einen kleinen Unterstand bauen, wo ich gleich das RoPro-Streu und die Sprühflasche parat habe. Es gibt einen Platz, wo im Sommer noch morgens die Sonne hinscheint, dann aber für den Rest des Tages Schatten ist. Dort wäre auch gleich die Ackerfläche und das Gewächshaus, um den fertigen Bokashi einzuarbeiten.
    Was für Erfahrungen haben Sie? Oder sollte ich das Ganze doch in den Keller stellen und wie warm darf es dort max. sein?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung.

    Angela Ruiu

  4. Liebe Frau Ruiu,

    so wie sie den Platz für die Bokashi Eimer beschreiben, erscheint er mir doch optimal. Sie sollten nicht direkt in der Sonne stehen, so dass sie sich richtig aufheizen und sie sollten Frost frei stehen. Ansonsten sind die Ansprüche nicht sehr hoch.
    Aus eigener Erfahrung kann ich es nur befürworten, dass EM pur in der Sprühflasche und das RoPro-Streu gleich griffbereit beim Bokashi stehen. Dann wird Bokashi von allen Familienmitgliedern gerne gemacht 🙂

    Ich wünsche gutes Gelingen und verbleibe mit herzlichen Grüßen
    Claudia Crawford

  5. Sehr geehrte Frau Fischer,

    ich möchte mich bei ihnen für den interessanten, informativen und unterhaltsamen Fachvortrag bedanken.

    Sie haben mir Souverän und Fachkompetent „Bokashi im Garten“ sehr verständlich und gut nachvollziehbar nähergebracht!

    Ich freue mich auf weitere spannende EM Kurse in Haus und Garten!

    Die Eimer plus Zubehör habe ich gleich nach dem „Kaffeekranzerl“ gekauft und will anhand ihren jahrelangen praktischen Erfahrungswerten die Sie so motivierend weitergegeben haben einsteigen, mit dankbaren Grüssen

    1. Hallo,
      vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Es freut mich sehr, wenn meine Ausführungen für Sie motivierend und verständlich waren. Ich wünsche Ihnen viel Freude und gutes Gelingen bei der Bokashi-Produktion. Sollten Fragen auftauchen können wir gerne telefonieren.
      Herzliche Grüße
      Annerose Fischer

  6. Guten Morgen,

    Vorgestern hat mich Ihr Mann durch seinen Vortrag in Haslach wieder neu mit EM-Fieber infiziert!
    Ihre Produkte riechen viel besser als das EM, was ich bisher hatte….
    Nun habe ich natürlich 1000 Fragen.
    Ich fange mal mit dem Bokashi an.
    Ich fülle den Eimer Stück für Stück. Nach wieviel cm Abfall muss wieder Trockenbokashi drauf?
    Beginnt die Reifezeit, wenn der Eimer voll ist?
    Wielange ist Bokashi haltbar?
    Viele Grüße aus dem Schwarzwald

    Hilke Eilers

    1. Hallo Frau Eilers,
      schön, dass Sie von den EM so begeistern sind. Beim Küchenbokashi, wie bei jedem anderem Bokashi funktioniert die Fermentation am besten, wenn die Organik gleichmäßig mit EM benetzt ist. Sie füllen ca. 4-5 cm Küchenabfälle locker ein und sprühen dann ein paar Pumpsprüher EM und ebenfalls Trockenbokashi oder auch RoPro-Streu (aktivierte Pflanzenkohle) darüber. Die Reifezeit von ca. 14 Tage ist von der Umgebungstemperatur und von der Befüllzeit abhängig. Würden Sie den Eimer in einem Vorgang füllen, beträgt die Reifezeit bei Zimmertemperatur ca. 14 Tage. Wenn Sie aber z.B. schon 3 Wochen für das Befüllen benötigen, dann fermentieren die ersten Küchenabfälle bereits im unteren Teil des Eimers. Die letzten Einfüllmengen brauchen dann nicht noch weitere 14 Tage Reifezeit. Wenn Sie sich aber unsicher sind, dann warten Sie einfach die 2 Wochen Reifezeit ab, bevor Sie das Bokashi weiter verwenden.
      Das Küchen-Bokashi ist einige Monate haltbar. Mit der Zeit kann sich dann aber eine bis zu 1 cm dicke Hefeschicht auf dem Bokashi entwickeln. Außerdem zersetzen die Mikroben die Organik im Laufe der Zeit, was sich in der Reduzierung der Organik bemerkbar macht. Das Bokashi können Sie trotzdem verwenden.
      Weiterhin viel Freude damit. Und wenn noch Fragen offen sind, dann melden Sie sich bitte.
      Annerose Fischer

  7. Hallo Frau Fischer,
    ich habe im letzten Herbst mit der Herstellung von Küchen-Bokashi begonnen. Da wir keinen Nutzgarten haben, wurde das Bokashi in Tontöpfe befüllt und neben die Sträucher platziert. Da es nach dem Winter wohl zu kalt war, ist in den Töpfen nichts passiert, bis auf dass sich weißer Schimmel gebildet hat. Ich habe im Frühjahr ein Stück Rasen umgegraben, um es zu bepflanzen. In dieses Beet habe ich den Inhalt der Tontöpfe eingearbeitet. Weiter fleißig Küchen-Bokashi produziert und nun die nächsten Töpfe in den Garten platziert. Leider hat sich nun nach mehreren Wochen nicht wirklich etwas getan. Beim Graben im Beet kommen Eierschalen und Erdnussschalen zum Vorschein, in den Tontöpfen sieht alles aus wie zu Beginn (Anfang März). Haben Sie eine Idee, was ich falsch gemacht habe? Für das Gießen verwende ich EM Blond (verwende EM auch im Haushalt). Muss ich EM aktiv gießen? Dass in die Tontöpfe erst Erde rein muss, habe ich vorhin entdeckt. Könnte das eine Ursache sein? Der nächste Bokashi-Eimer ist voll. Ich fände es schrecklich, den Inhalt in den Biomüll entsorgen zu müssen.
    Herzliche Grüße und vielen Dank!

    1. Hallo Frau Wieber,
      Danke, dass Sie fragen und nicht einfach aufgeben. Es kann schon mal vorkommen, dass sich ein weißer Schimmel oder Belag bildet. In der Regel sind dies Hefen, die sich beim Küchenbokashi häufig bilden. Wenn Ihr Bokashi in den Töpfen nicht vollkommen vererdet ist das nicht weiter schlimm. Es hängt auch davon ab, was Sie fermentiert haben. In den Töpfen fällt es besser auf, als wenn es in der Erde vergraben ist. Die fermentierte Organik wird nicht gleichmäßig verarbeitet. Klar ist, dass Eierschalen und Erdnussschalen wesentlich länger sichtbar sind als ein Salatblatt. Das braucht Sie nicht zu beunruhigen.
      Das EM-blond ist zum Gießen genauso geeignet wie das EM-aktiv. Die Erde in den Tontöpfen gebe ich deshalb hinein, damit das Küchenbokashi abgedeckt ist, also über das Topfloch nicht direkt mit der Luft in Kontakt kommt. Die Töpfe sollten nicht zu lange trocken stehen. Je nach Umgebungstemperatur wird das Küchenbokashi nach 4-6 Wochen umgearbeitet oder auch vererdet sein. Wenn Sie den Topf wegnehmen, kann auch hier noch Organik zum Vorschein kommen. Diese Reste verteilen Sie oberflächlich um die Pflanzen und werden dann nach und nach vollkommen verschwinden.
      Wenn Ihnen zu viele Tontöpfe herumstehen, dann könnten Sie auch einen Vererdungshaufen anlegen. Dazu mischen Sie das fertige Küchenbokashi mit Erde und lagern das Material auf dem Mutterboden und decken ihn mit einem Vlies ab. Immer, wenn Sie reifes Bokashi haben mischen Sie es unter den Haufen, streuen etwas Gesteinsmehl darüber und gießen mit einer EM-aktiv Lösung an. Bei Bedarf etwas frische Erde dazu geben. Dieser Vererdungsprozess dauert wenige Wochen und kann dann als Rohkompost gemulcht werden.
      Weiterhin viel Freude mit Ihrem Garten
      Herzliche Grüße
      Annerose Fischer

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