EMLeben – EMLeute “Terra Preta im Pferdepensionsbetrieb”

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In unserer Reihe „EMLeben-EMLeute“ möchten wir Pferdehofbetreiber Josef Rothmoser vorstellen. Er behandelt sehr erfolgreich seinen Mist mit EM, Gesteinsmehl und Pflanzenkohle und produziert so einen hochwertigen hygienischen Dünger für seine Wiesen zur Heuproduktion. Somit schließen sich innerbetriebliche Kreisläufe und es eröffnen sich neue Möglichkeiten für den Betrieb. Beim Stammtisch im Oktober hat er uns seinen Betrieb vorgestellt.

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Josef Rothmoser beim Stammtisch in Halfing

EM-Chiemgau: Kannst Du Euren Hof etwas näher beschreiben? Wie viele Pferde habt ihr? Produziert ihr das Heu selber? Wie wird das Mistaufkommen bei Euch gehandhabt?

Josef Rothmoser: Wir bewirtschaften eine Pferdepension mit aktuell 40 Eingestellten Pferden in Boxenhaltung. Dieser wird im Nebenerwerb mit einer in Vollzeit Angestellten Arbeitskraft bewirtschaftet. Mit dem Bau einer Reithalle 1997 haben meine Eltern das weiterbestehen dieses Betriebszweiges vorangebracht bzw. gesichert.
Die benötigte Heumenge wird momentan ca. zur Hälfte auf den eigenen Flächen erzeugt. Ein größerer Anteil ist wünschenswert, da so am sichersten gleichbleibend hohe Qualität des Raufutters gewährleistest wäre. Davon luftbild_s1abgesehen hätte es betriebswirtschaftliche Vorteile.
Flächenmäßig wäre dies zu bewerkstelligen, allerdings muss ein Teil unserer landwirtschaftlichen Flächen als Ackerland genutzt werden. Dies rührt daher, dass der Stallmist mit sehr viel Holzspäne und Langstroh vermengt ist und somit einen problematischen Grünlanddünger darstellt.
Der Acker stellt hier eine Art „Notlösung“ für die Ausbringung unseres Stallmistes dar. Somit stellt sich die Situation ein, dass ackerbauliche Erträge Betrieblich nicht Sinnvoll nutzbar sind. Auf der anderen Seite, jedoch die nötigen Flächen fehlen um eine ganzjährige Versorgung mit Heu zu gewährleisten.

EM-Chiemgau: Warum hast du mit EM angefangen? Was waren Deine Beweggründe diesen eher unkonventionellen Weg zu gehen?

Josef Rothmoser: Diese Ausgangssituation nahm ich mir zum Anlass mich mit der Thematik „problembehafteter“ Stallmist auseinander zu setzen. Meine Zielsetzung war es eine Organik zu schaffen, welche als Grünlanddünger einsetzbar ist. Die Herausforderung bestand darin eine Stalleinstreu zu finden, welche schnell vom Bodenleben aufgenommen werden kann. Der Stallmist bzw die enthaltene Einstreu sollte im nächsten Jahr nicht wieder mit der Heuernte zurückgefahren werden. Ich kam somit über Umwege auf fein aufgeschlossenes Stroh in Form von Strohpellets. Diese ergeben eine geeignete Einstreu und ein gutes Stallklima. Zu diesem Zeitpunkt habe ich von einem Seminar erfahren über Terra Preta. Hier schien es um die bessere Nutzbarkeit von vorhanden Ressourcen in Form von Wirtschaftsdünger zu gehen. Dies war die erste Begegnung mit EM Chiemgau. Die praktikable Herangehensweise und Durchführbarkeit dieser „Technik“ hat mich veranlasst das Experiment zu Wagen und habe mir kurz darauf die benötigten Zutaten gekauft. Ohne mich genauer mit den Hintergründen zu Beschäftigen habe ich meine erste TerraPreta aufgesetzt. Die ersten Ergebnisse waren bezüglich Geruch und Optik äußerst verblüffend. Völlig unbewusst habe ich zum damaligen Zeitpunkt den Kreislaufgedanken angestoßen. Denn in dieser Entwicklungsphase stand der betriebswirtschaftliche Aspekt im Vordergrund.

EM-Chiemgau: Beim Stammtisch hast Du auch Geruchsproben von Deinem Terra Preta Mist dabei gehabt. Selbst erfahrene Terra Preta Hersteller waren überrascht, wie angenehm dieser Mist riecht. Wie genau stellst du ihn her?

Josef Rothmoser: EM Gesteinsmehl und Pflanzenkohle wird in der Einstreu schon mitverwendet, da es sich äußerst positiv auf das Stallklima und auf die Tiergesundheit auswirkt. Beispielsweise wird Strahlfäule stark zurückgedrängt. Um den richtigen Volumenanteil von Pflanzenkohle und Gesteinsmehl im Stallmist zu gewährleisten, mische ich die Zuschlagstoffe auf der Mistplatte nochmal mit ein. Die vorgemischte Organik fahre ich mit unserem Düngestreuer zu einer Feldmiete. Während das Streuwerk für eine homogene Durchmischung sorgt werden die Ema bzw. CFKE in der richtigen Menge ebenfalls homogen mit eingegeben. Danach wird die Miete mit einer Siloplane für acht Wochen abgedeckt.

EM-Chiemgau: Wie lange stellst Du nun schon Terra Preta her? Wo hast Du Deine Terra Preta überall eingesetzt? Kannst Du nach der kurzen Zeit schon Unterschiede oder gar Erfolge feststellen?

Josef Rothmoser: Ich habe letztes Jahr im Herbst die erste selbst hergestellte TerraPreta ausgebracht. Da der Antrieb die bessere Grünlanddüngung ist, habe ich auf einer kleinen Testwiese meine ersten Versuche gestartet. Hinsichtlich der Struktur bin ich hier sicher auf dem richtigen Weg. Dann die so veredelte Organik kann perfekt durch das vorhandene Bodenlegen aufgenommen werden. Davon abgesehen habe ich natürlich Interessehalber die TerraPreta verwendet um z.B. Geranien oder Tomaten zu düngen. Dies hat zu unübersehbaren Wachstumssteigerungen geführt. Auf dem Grünland stellt sich schon nach der ersten Gabe ein erhöhtes Wachstum ein. Auch die Gräser haben einen intensiveren Grünton bekommen.

EM-Chiemgau: Wie geht’s weiter? Akzeptieren Eure Einsteller die „neue“ Einstreu?

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Einstreu mit Strohpellets, Pflanzenkohle und RoPro-Lit Urgesteinsmehl

Josef Rothmoser: Nachdem sich nicht nur eine deutliche Wachstumssteigerung im Grünland bzw. bei anderen Pflanzversuchen eingestellt hat, sondern ich auch enormen Zuspruch von unseren Kunden bekomme, liegt es auf der Hand dieses schlüssige Konzept weiter zu verfolgen. Im Moment stehen ja „nur“ zehn Pferde auf der Einstreu und „produzieren“ Terra Preta. Die Zahl der interessierten Pferdebesitzer steigt aber stetig an, da die positiven Effekte für die Pferde und das Stallklima sich sehr deutlich zeigen. Somit kommen wir dem Ziel optimale Grünlanddüngung mit vorhandenen Ressourcen ein großes Stück näher und optimieren gleichzeitig die Betriebskreisläufe.

EM-Chiemgau: Was möchtest du anderen Pferdehof-Betreibern mit auf den Weg geben?

Josef Rothmoser: Es lohnt sich darüber nachzudenken, Betriebskreisläufe zu schließen und aus dem oftmals „problembehafteten“ Stallmist einen hochwirksamen und bioaktiven Grünlanddünger herzustellen. Dies schafft nicht nur ein gutes Gefühl, sondern ist betriebswirtschaftlich durchaus sinnvoll.

Vielen Dank für Deine Zeit. Wir wünschen Dir alles Gute für die Zukunft und weiterhin so viel Offenheit in Deinem Denken und Tun. Wir sind gespannt, wie sich Euer Betrieb weiter entwickelt und freuen uns natürlich über „updates“ .

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