EMLeben- EMLeute: EM und Pflanzenkohle in unserem Grünlandbetrieb

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In unserer Reihe „EMLeben-EMLeute“ möchten wir Nebenerwerbslandwirte Martina und Helmut Bach aus Kochl vorstellen. Seit vier Jahren arbeiten sie auf Ihrem Betrieb nach den Prinzipien des Rosenheimer Projekts.  Helmut ist regelmäßig auf landwirtschaftlichen Seminaren bei uns in der Chiemgau Akademie und es ist immer wieder schön, ihn von den Entwicklungen auf ihrem Betrieb erzählen zu hören. Wir freuen uns, dass sie sich zu einem Interview bereit erklärt haben.

EM-Chiemgau: Wie seid ihr auf EM und das Rosenheimer Projekt aufmerksam geworden? Wer war die Antriebsfeder? Und wo kommen die Mikroben (und die Pflanzenkohle) zum Einsatz?

Helmut Bach: Wir sind übers Internet aufmerksam geworden. Wir hatten das Problem der Wirtschaftlichkeit in unserem Betrieb. Fruchtbarkeit, Futteraufnahme, Pflanzenbestand auf dem Grünland, Gülleeinsatz ect. sollten verbessert werden.  Auf unsere Nachfrage zur Gülleaufbereitung bei unserem Verband wurde uns  die Zumischung von Wasser empfohlen, was für mich von der wirtschaftlichen Seite schon mal gar nicht in Frage kam.

Nach meinem ersten Vortrag von Christoph, wo ich über 200 km Anreise hatte, war für uns eigentlich klar: wenn das funktioniert, ist das unsere Lösung. Als Erstes haben wir es im Stall übers Futter, in die Gülle, zum Reinigen der Fliesen, sowie im Haushalt zum Putzen verwendet. Für mich war immer wichtig Betriebe, die diese Arbeitsweise schon länger erfolgreich betreiben, zu besichtigen, um vor Ort für den eigenen Betrieb evtl. Lösungen zu finden. Dabei ist uns die Offenheit und Ehrlichkeit der Betriebsleiter sowie der Teilnehmer des Rosenheimer Projektes aufgefallen. Auch oder vor allem die Beratung und  Seminare der Chiemgau Akademie sind auf sehr hohem Niveau.

EM-Chiemgau: Wie haben sich Silage und Heu entwickelt seit ihr sie mit CFKE behandelt?

Helmut Bach: Weniger Futterverluste durch Fehlgärung, schmackhafteres Futter und dadurch höhere Futteraufnahme, außerdem so gut wie keine Nacherwärmung der Silage .

EM-Chiemgau: Wo seht ihr die Vorteile bei behandeltem Mist und Gülle?

Helmut Bach: Die Gülle kann man mit geringerer Geruchsentwicklung auch in wachsende Bestände ausbringen, Klee kommt wieder ohne Nachsaat , Kanäle stauen sich nicht mehr auf, bessere Ausnutzung der Hofeigenen Dünger. Mist kann auch während der Vegetation ausgebracht werden. Dünger wird bei uns nur noch bei schönem Wetter ausgebracht, dadurch weniger Bodenverdichtung und weniger Stress für Mensch und Boden.

 

EM-Chiemgau: Viele Landwirte erkennen den Wert von behandelter Gülle, lassen sich aber von den anfänglich hoch erscheinenden Kosten abschrecken. Amortisieren sich für Dich die Kosten?

Helmut Bach: Auf jeden Fall rechnet sich das. Dazu kommt noch die nachhaltige Arbeitsweise, so dass die Aufwandsmengen nach einer gewissen Zeit reduziert werden können, aber der Ertrag bleibt. Am Anfang ist es so, dass man wenig bis nichts sieht, wenn man sich nicht in seiner Wiese auch mal hinkniet. Es dauert einfach seine Zeit bis sich der Boden nach jahrelanger teils falscher Bewirtschaftung und Düngung erholt.

Der Kreislauf im Betrieb muss sich wieder schließen !!!

 

EM-Chiemgau: Du hast Dir einen Grasnarbenbelüfter (Stachel) gebaut. Wie bist du darauf gekommen? Was hat er noch zusätzlich gebracht?

Helmut Bach: Durch ein Seminar mit Dietmar Näser. In Verbindung mit dem Rosenheimer Projekt stellte ich fest, dass auf unseren Flächen Handlungsbedarf war um Verdichtungen zu beheben und so den Pflanzenbestand und die Futterqualität zu verbessern. Um Kosten zu sparen habe ich eine Eigenbaulösung zur Grasnarbenbelüftung in unserem Betrieb umgesetzt. Mittlerweile ist es möglich auch Bodenhilfsstoffe mit einzubringen. Vernässungen gehen durch die Anwendung zurück. Die Gemeine Rispe geht zurück bzw. bleibt ganz aus, somit etabliert sich ein stabilerer Grasbestand. Das Ganze ist eine einfache und kostengünstige Maßnahme um Verdichtungen zu beheben.

EM-Chiemgau: Was möchtet ihr anderen Landwirten mit auf den Weg geben?

Helmut Bach: Um was zu ändern, was man über Jahre kaputtgemacht hat, braucht man nicht erwarten, dass jemand eine Lösung hat das Ganze in kürzester Zeit für wenig Geld wieder zu reparieren.

Unser Boden ist ein Lebewesen und braucht einfach seine Zeit sich zu erholen . Es ist meiner Meinung nach höchste Zeit für ein Umdenken in Sachen Tiergesundheit, Pflanzengesundheit, Bodenbearbeitung, Maschineneinsatz in Verbindung mit Maschinengröße und Verdichtungen . Diese Entscheidung muss aber jeder Betriebs-leiter für seinen Betrieb selber fällen und damit zufrieden sein.

Vielen Dank für Deine Zeit. Wir wünschen Dir und Deiner Familie alles Gute für die Zukunft und weiterhin so viel Offenheit in Eurem Denken und Tun.

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