Die Wirkung von Pflanzenkohle im Garten

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In Fachkreisen wächst die Begeisterung über die vielversprechende Terra-Preta (portugiesisch für „Schwarze Erde“) die ein extrem fruchtbarer Dauerhumus ist.  Erstmals im Amazonas Gebiet neu entdeckt, fanden Wissenschaftler heraus, dass sie zum Teil Jahrtausende alt ist und von Menschen gemacht wurde. Im Wesentlichen dreht es sich um eine milchsauer fermentierte Organik (Pflanzen, Mist, menschliche Fäkalien, etc.) Tonscherben (also Mineralien) und Kohlenstaub (keine Asche). Diese Mischung ist der Grundstock der nachhaltig fruchtbaren Schwarzen Erde, der Terra Preta.

Kohlestruktur 


Anreicherung der Kohle mit Nährstoffen durch Kompostierung oder Fermentation

Dabei werden gelöste Nährstoffe in die Kohlestruktur dauerhaft gebunden. Diese Arbeit übernehmen die Mikroorganismen, die mittels einer Chellatbildung die Nährstoffe in die Kohle kleistern. Das Besondere ist, dass diese Nährstoffe kaum ausgewaschen werden, sondern (nur) von den feinen Haarwurzeln der Pflanzen wieder herausgelöst werden können. Schlüssel zum Erfolg sind hier die Mikroorganismen, die die Organik verstoffwechseln und zu dauerhaften Humus um- und aufbauen. Wie funktioniert das Kompostieren mit Pflanzenkohle?

Pflanzenkohle (RoPro-Streu)
Pflanzenkohle (RoPro-Streu) schichtweise auf den Kompost streuen. Pro m³ Organik: ca. 100 L Pflanzenkohle 14 bis 20 kg Gesteinsmehl; RoPro-Lit; und 5 bis 20 L EM-aktiv


Fermentierung
Bei der Fermentation wird mit Hilfe von EM-aktiv die Organik (Pflanzenabfälle, Mist, Rasenschnitt, Blätter, Getreideabfälle, Küchenabfälle, Trebern…) unter Luftabschluss fermentiert (ähnlich der Sauerkrautherstellung). Dabei entstehen  Stoffwechselprodukte, wie Antioxidantien, Vitamine, Aminosäuren, Enzyme und Vitalstoffe, die dem Bodenleben bzw. den Pflanzen zu Gute kommen. Das Bodenleben braucht Nahrung aus Organik, damit es „vollwertig“ ernährt wird. Der Zusatz von Pflanzenkohle gewährt wie bei der Kompostierung eine dauerhafte und nachhaltige Nährstoffspeicherung, gesteigerte Wasserhaltefähigkeit und den Aufbau von Humus.
Lesen Sie hier ein Beispiel, wie aus Rasenschnitt ein hochwertiger Terra-Preta Dünger produziert wird.

Terra Preta bringt andauernde Fruchtbarkeit
Befindet sich die mit Nährstoffen angereicherte Pflanzenkohle im Boden kann sie immer wieder neu befrachtet werden. Terra Preta ist ein wachsendes System. Es muss nur immer wieder Nahrung, also nährstoffreiche Organik erhalten. Die Kohle bleibt im Boden über viele Generationen stabil und baut sich kaum ab. Sie bietet aber einen andauernden Lebensraum für Mikroorganismen und speichert Wasser und Nährstoffe.

Ein Praxisversuch zeigt die Wechselwirkung von Kohleeinsatz und Wurzelwachstum
Bei einem Praxisversuch wurde ein mit Kohle und EM angereicherter Mist auf dem Feld kompostiert. Im Jahr darauf wurde unterhalb dieses Kompostes eine strukturierte Grabung vorgenommen. Dabei wurde sichtbar, dass viele Regenwurmgänge mit Kohle ausgekleidet waren. Diese Gänge, die weit nach unten gingen, wurden schließlich von den Pflanzen genutzt um in tiefere, nun zugängliche Schichten vorzustoßen und auch dort den Boden zu durchwurzeln.

Die Effekte der Kohle Anwendungen liegt also auf der Hand:

  • kaum Nährstoffverluste
  • langanhaltende Nährstoffstoffspeicherung
  • hohe CO2 -Bindung
  • hohe Fruchtbarkeit
  • hohe Wasserhaltefähigkeit
  • verbessert die Bodenstruktur
  • Humusanreicherung
  • ein aktives und vielfältiges Bodenleben

Auf was sollte bei Kohleanwendungen geachtet werden?

Die Pflanzenkohle sollte eine Mischung aus Kohlenstaub bis zu einer Partikelgröße von 3-5 mm haben. Je feiner die Kohlestruktur umso mehr kann sie mit Nährstoffen beladen werden. Trockener Kohlenstaub staubt extrem. RoPro-Streu (Pflanzenkohle) wird mit EM-aktiv, Mineralien und Zuckerrohrmelasse gemischt und fermentiert. Die so voraktivierte Kohle ist sofort Einsatzbereitschaft.

Pflanzenkohle sollte nicht unbehandelt (pur) auf oder in den Boden eingearbeitet werden. Dies kann zu Ertragseinbußen führen. Die Kohle bedient sich zuerst von den vorhandenen Nährstoffen aus dem Boden,  was zu Ertragseinbußen führen kann.  Um Terra Preta zu produzieren wird Organik mit Pflanzenkohle kompostiert oder fermentiert und erst dann ausgebracht.

Der Versuch zeigt, dass unbehandelte (frische) Kohle sich negativ auf das Pflanzenwachstum auswirkt. Umgekehrt steigert eine aktivierte (kompostierte) Kohle das Wachstum. Je höher der Anteil um so besser das Wachstum.

Holzasche kann nicht für Terra Preta Zwecke eingesetzt werden. Hier fehlt die Kohlenstoffstruktur. Kohlereste vom Grillen oder Holzfeuer können verwendet werden.
Es gibt verschiedene Arten Kohle herzustellen. Mit Holzvergaser oder Pyrolyseanlagen werden große Mengen produziert. Mittlerweilen gibt es auch Öfen (z.B. Kon-Tiki) für den Hobbygartenbau. Kohle kann auch mit Schadstoffen belastet sein, den sogenannten PAK. Die Pflanzenkohle sollte deshalb darauf untersucht sein. Es sollte gewährleistet sein, dass die Holzkohle von dafür genehmigten Holzabbau oder anderweitigen organischem Material aus Europa stammt.

Terra Preta verspricht üppiges gesundes Wachstum und revolutioniert den Gartenbau und die Landwirtschaft.

 

 

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