Betriebs-Besichtigung Landwirtschaft

Feldbegehung
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EM-Chiemgau lud zur Felderbegehung auf dem Demeter-Betrieb von Christine und Matthias Posch in Obing zum Thema „erfolgreicher Ackerbau mit konservierender Bodenbearbeitung ohne Glyphosat“. Familie Posch arbeitet seit 16 Jahren mit EM auf ihrem Betrieb.

Am 13. Juni 2016 luden EM-Chiemgau und die Familie Posch auf den Milchvieh- und Ackerbaubetrieb ein, um die Entwicklung der Böden und des gesamten Betriebes der letzten Jahre zusammen mit Berufskollegen zu beschauen. Der ehemals konventionell intensiv bewirtschaftete Betrieb umfasst 43 ha Acker, 25 ha Grünland und 24 ha Wald mit 65 Milchkühen plus Nachzucht. Seit 2006 produziert der Betrieb biologisch. 200 Landwirte und das Bayrische Fernsehen folgten der Einladung zu dieser gelungenen Veranstaltung. Am 13. Juli 2016 um 22:00 in „Doc Thema“ wird der Beitrag im dritten Programm ausgestrahlt.

Feldbegehung_Posch
Feldbegehung_Posch
Posch_Gruppe
Posch_Gruppe
Posch_Mais
Posch_Mais

Vorgeschichte

Im Jahr 2000 hat das Ehepaar erstmals Christoph Fischer kennen gelernt. Der Weg über die Gülleaufbereitung dem gesamten Betrieb Gesundungsimpulse zukommen zu lassen, schien zum Betrieb zu passen. Im Herbst wurden die EM-Kin Güllestäbe, ein energetisches System zur Gülleaufbereitung im alten Stall in Pfaffing eingebaut und erstmals EM versprüht. Damals war der Gernstl, von Gernstl unterwegs, mit seinem Filmteam mit dabei. Der Betrieb war in der Zeit noch intensiv auf Höchstleistung aus. Die Krankheitsbelastung im Stall war im Vergleich zu jetzt sehr hoch, auch wenn der Einsatz von Homöopathie die Tiergesundheit bereits stabilisiert hatte, traten doch immer wieder die gleichen Krankheitssymptome auf, da das Milieu und die intensive Wirtschaftsweise anscheinend keine wirkliche Gesundung zuließen. Auch im Arbeitskreis hatten alle anderen so ein ähnliches Level was die Tiergesundheit betrifft.

Erste Maßnahmen zeigten schnell große Wirkung

Im ersten Jahr war die erste Maßnahme „nur“, dass kein Kunstdünger mehr auf das Grünland gestreut und nur noch 10m3 behandelte Gülle / ha und Schnitt ausgebracht wurde. Gülle wurde behandelt mit EM und RoPro-Lit Gesteinsmehl. Die Silage wurde mit CFKE (Chiemgauer Fermentierter Kräuterextrakt) als Silierzusatz optimiert. Mais wurde noch ganz konventionell gebaut.

Durch die CFKE Silage hat sich die Tiergesundheit bereits verbessert. Man konnte es aber noch nicht beziffern. Beim ersten kompletten Buchführungsabschluss hat sich dann aber gezeigt, dass sich die Tierarztkosten im ersten Jahr bereits halbiert haben. Ein sehr gutes Ergebnis, durch einfache, leicht umsetzbare und kostengünstige Maßnahmen: Güllebehandlung mit EM-aktiv und RoPro-Lit Gesteinsmehl, geringere Güllemengen (1/2 Menge) ohne zusätzlichen Kunstdünger im Grünland und CFKE Silage. Im nächsten Buchführungsjahr sind die Tierarztkosten noch weiter gesunken.

Diese Umstände sorgten für ein „Umdenken“ bei Matthias Posch. Wenn die Tiergesundheit durch den geringeren Einsatz von Chemie so rasch ansteigt, wie sieht`s dann bei den Menschen aus, die auf dem Betrieb arbeiten und bei denjenigen, die die produzierten Lebensmittel essen?

Wie wird das erst mit der Gesundheit, wenn man es schafft auch im Acker ohne Chemie zu arbeiten. Und das Ganze am Besten ohne Ertragseinbußen? Matthias Posch ist Landwirtschaftsmeister und war auf der höheren Landbauschule. Durch die effektiven Mikroorganismen (EM) und die Beschäftigung mit der Rolle der Mikrobiologie aber hat er ein besseres Verständnis für natürliche Zusammenhänge im Acker bekommen. Es waren die eigenen Gedanken statt Fachzeitschriften, die ihn weitergebracht haben.

Humusaufbau durch Gülleaufbereitung- Ein großer Vorteil auf der Fläche

Auf dem Betrieb wird seit 16 Jahren konsequent Gülleaufbereitung betrieben. Die ersten Jahre mit EM-aktiv (effektiven Mikroorganismen) und RoPro-Lit Gesteinsmehl, seit acht Jahren wird das System mit gemahlener Pflanzenkohle ergänzt. Diese Behandlungsmethode erlaubt ein ganz anderes Güllemanagement, welches diesen wertvollen organischen Dünger effektiver einsetzbar macht.

Stickstoff wird während der Lagerung durch die Mikrobiologie an die Pflanzenkohle gebunden. RoPro-Lit Gesteinsmehl unterstützt dank seiner großen Oberfläche die Mikroben und bringt für den Bodenaufbau benötigte Mineralien. Werden diese drei Komponenten eingesetzt, stinkt die Gülle bei der Ausbringung nicht mehr, Ammoniakverluste gehen gegen Null. Die Gülle ist sämiger in ihrer Konsistenz, sie tropft schneller vom Blatt ab und bleibt nicht lange haften. Ätzschäden werden durch das veränderte Mikrobenmilieu und die basische Wirkung von RoPro-Lit Urgesteinsmehl verhindert. Gülle wird so weit wie es geht nur noch in den wachsenden Bestand gefahren, um die Stickstoffausnutzung weiter zu erhöhen.

Felderbegehung mit 200 Landwirten bei Gewitterstimmung

Dinkel: Als erstes zeigte uns Matthias Posch zwei Dinkelbestände. Der erste Bestand, nach Zwischenfruchtgemenge Ackerbohne/ Erbsen/ Sonnenblume wurde pfluglos gebaut, der zweite nach Vorfrucht Buchweizen ohne Pflug. Die gepflügte Fläche zeigte einen ungleichmäßigeren Aufgang und Anfangsentwicklung. Durch den mastigeren Wuchs geht der Dinkel bereits stellenweise ins Lager.

KleegrasGrünland: Der auffallend dichte Bestand für die Heugewinnung besticht durch das hohe Kleevorkommen.
Die Ampferstauden im Bestand stören den Landwirt nicht, da er keine Kraft mehr hat um die große Blattrosette auszubilden. Gras und Klee wachsen bis an den Stängel hin. Der Ampfer hat keine verdrängende Wirkung mehr und man sieht keine braunen Flecken nach der Mahd. Die Fläche bekommt zu jedem Schnitt 10 m³ behandelte Gülle. Letztes Jahr wurde sie zum ersten Mal mit dem Wiesenbelüfter  bearbeitet. Im Frühjahr bekam die Wiese noch 2,8 Tonnen Diabas-Sand 0/2, um das Mineraliendepot im Boden wieder aufzufüllen.

MaisNachbarfläche Mais: Vorfrucht Weizen, ZF Senf. Ursprünglicher Plan des konventionellen Kollegen war, die Zwischenfrucht mit Glyphosat abzuspritzen und dann zu pflügen. Matthias Poschs Vorschlag nicht mit Gift zu fahren, sondern die Zwischenfrucht einzufräsen, wurde gerne angenommen. Mais wurde dann mit Kreiselegge und Maissägerät gesät. Der Boden ist locker, das Strukturmaterial aus der ZF dient als Mulch. Der Boden ist offen, kann sehr gut Wasser aufnehmen und zeigte keine Schlämmspuren. Für die Filmemacher des Bayrischen Rundfunk war das ein Augenöffner, ein Beispiel aus der Praxis, wie ein konventioneller Betrieb vom Verzicht auf Glyphosat, ersetzt mit entsprechendem technischen Einsatz zur Bodenbelebung, profitieren kann.

Wintergerste: Matthias Posch zeigte uns nicht nur seine Erfolgskulturen in diesem Jahr, sondern auch seine lehrreichen Erfahrungen. Die Wintergerste nach Sommergerste/Hafer/Erbsen Gemenge, war stark verunkrautet und konnte sich nicht richtig etablieren. Als Gründe dafür nannte der Betriebsleiter die Saatstärke (160 statt 180 kg), Saatzeitpunkt war am 30.09. bereits sehr spät und die Saattiefe zu tief. Bereits der Pflanzenaufgang war sehr schlecht. Anstatt die Wintergerste zu dreschen wird sie voraussichtlich als GPS weg gehäckselt.

Wickroggen: Vorfrucht vier Jahre Kleegras, Düngung mit 20 m³ Kleegras auf zwei Gaben. Wird als GPS gehäckselt. Wickroggen stellt eine sicherere Möglichkeit zur Grundfuttererzeugung dar als Mais

Feldbegehung_poschErbsen/Sommergerste/Hafer Gemenge:
Eine Umstellungsfläche im zweiten Jahr, die im Herbst noch gepflügt wurde und braun über den Winter ging. Im Frühjahr gegrubbert, wurde am 23. März angebaut, bei 20 cm Höhe wurde das Gemenge noch mit 20m³ Gülle gedüngt. Gülle wurde bei schönem Wetter ausgebracht, wobei sie einen Mehrfachnutzen bringt: Düngung über Blatt und Boden und fungizide Wirkung auf dem Blatt. Durch die Behandlung der Gülle wird die Pflanze nicht geschädigt.

Weizen/Winterackerbohne: Nach Vorfrucht Mais gepflügt. Der Bestand wurde blind gestriegelt und einmal mit 20m³ Gülle gedüngt.

Nach der ausgiebigen Runde über die Felder wurde live vorgeführt, wie gemahlene Pflanzenkohle aus dem Big Bag in die Gülle eingerührt wurde. Die Gülle muss vorher aufgerührt sein. Die Kohle sinkt nicht ab, sie schwimmt eher auf. Bereits nach einigen Minuten ist der überwiegende Teil der Pflanzenkohle gut mit der Gülle  vermischt. Neben der Pflanzenkohle ist eine mikrobielle Belebung mit EM-aktiv (Effektive Mikroorganismen) wichtig. Diese kann kontinuierlich über den Stall, wie im Betrieb Posch erfolgen.

Nachdem alle mit Getränke versorgt waren und fast alle einen Sitzplatz gefunden haben, stellte Christoph Fischer die Grundzüge und Möglichkeiten des Rosenheimer Projekts vor. Das Rosenheimer Projekt bietet Lösungen, die Kreisläufe im Betrieb schließen, chemische Ergänzungen überflüssig machen und Gesundungsprozesse in allen Bereichen in Gang bringen. Das Rosenheimer Projekt hat nicht den Anspruch, dass alle, die danach arbeiten biologisch wirtschaften müssen. Im Gegenteil, hier gibt es nur eine Landwirtschaft. Die biologische Wirtschaft ist oft ein „Nebenprodukt“ des Weges. Immer wieder stellte er das Miteinander der Landwirte in dieser Gemeinschaft in den Vordergrund. Erst diese Offenheit zwischen Kollegen ließ diese großartige Entwicklung der letzten Jahre zu.

Ein großes Gebot unserer modernen Zeit und somit auch der modernen Landwirtschaft ist „Kohlenstoff fixieren, Stickstoff binden und Humus aufbauen. Sonst steht uns eine immer stärkere Versteppung unserer fruchtbaren Kulturlandschaft bevor. Die Gülleaufbereitung stellt eine einfache Methode dar, diese Gebote umzusetzen. Christoph Fischer stellte neben praktischen Umsetzungen einige Meisterabschlussarbeiten zum Thema Gülleaufbereitung vor. Auch die große Thematik „Antibiotikafreie Fütterung“ in der Geflügelproduktion kann mit dem Ansatz des Rosenheimer Projekts in die Praxis umgesetzt werden. Großbetriebe in Mast und Eierproduktion setzen es seit Jahren erfolgreich um.

Zeitungsartikel zur Feldbegehung

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Ein Gedanke zu „Betriebs-Besichtigung Landwirtschaft“

  1. Ich wünsche Matthias Posch weiterhin viel Glück und Erfolg bei seiner Arbeit. Habe seine Betriebsumstellung seit 12 Jahren verfolgen können. Er hat uns bei unseren EM-Stammtisch in Halfing öfters über seine Erfolge und auch Misserfolge erzählt und uns immer auf dem laufenden gehalten. Das hat uns alle sehr beeindruckt. Er war mit einer der ersten Chiemgauer Bauern der richtig in die EM-Technologie eingestiegen ist und aus seinen Fehlern gelernt hat und es auch ehrlich erzählt hat. Dadurch haben andere daraus lernen können und diese Fehler nicht mehr machen müssen um weiterzukommen. Das habe ich ihm menschlich sehr hoch angerechnet. Unter uns EM-lern hat einfach das Sprichwort “Effektiv miteinander” einen hohen Stellenwert.
    Gottes Segen weiterhin bei Euerer Arbeit.

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